Hamburg. Im Binnenhafen treffen sich auf Einladung der Handelskammer Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur. Thema: die Zukunft des Bezirks.
„Harburg zeigt, wie Zukunft gemacht wird.”
Der Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden e.V. zieht ein positives Fazit der 14. Wirtschaftskonferenz vom 19.05.2026. Rund 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung kamen zusammen, um über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Hamburg-Harburg, Klimaneutralität, Innovation und die Chancen einer möglichen Olympia-Bewerbung Hamburgs zu diskutieren.
Die Vorsitzende des Wirtschaftsvereins, Franziska Wedemann, eröffnete die Konferenz mit einem klaren Bekenntnis zur Innovationskraft des Hamburger Südens: „In Harburg ist Aufbruchstimmung. Hier sitzen die Möglichmacher, die Gründerinnen und Gründer, die Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die Zukunft nicht nur denken, sondern umsetzen.“
Als herausragendes Beispiel wurde die jüngst eröffnete Produktionsanlage des Harburger Unternehmens traceless genannt. Das Unternehmen, das aus der Technischen Universität Hamburg hervorgegangen ist, produziert weltweit erstmals kompostierbare Biomaterialien im industriellen Maßstab – ein Symbol für den erfolgreichen Transfer von Wissenschaft in wirtschaftliche Praxis.
Zugleich machte der Wirtschaftsverein deutlich, dass wirtschaftliche Transformation nur unter verlässlichen Rahmenbedingungen gelingen könne. Kritisiert wurden insbesondere hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie und langwierige Genehmigungsverfahren. Der Verein forderte eine Politik, die Unternehmen stärker als Partner der Transformation versteht und Innovationsprozesse aktiv unterstützt.
Die zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank unterstrich in ihrem Vortrag die Bedeutung des Hamburger Südens als Zukunftsstandort für Klimaschutz, Forschung und industrielle Transformation. Sie verwies auf die besondere Rolle Harburgs als „Tech City“ Hamburgs und hob die enge Verzahnung von Wissenschaft, Start-ups und Industrie hervor. Klimaneutralität bis 2040 sei eine ambitionierte, aber notwendige Aufgabe, die nur gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft gelingen könne.
Auch die Handelskammer Hamburg sprach sich für einen innovationsgetriebenen Weg zur Klimaneutralität aus. Hauptgeschäftsführer Dr. Malte Heyne betonte, dass günstige, verlässliche grüne Energie, moderne Infrastruktur und weniger Regulierung entscheidende Voraussetzungen für Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit seien. Breiten Raum nahm zudem die Diskussion über eine mögliche Olympiabewerbung Hamburgs ein. Die Teilnehmenden sahen darin eine große Chance für Infrastruktur, Mobilität, Stadtentwicklung und internationale Sichtbarkeit der Metropolregion. Der Wirtschaftsverein begrüßte ausdrücklich die Verbindung von nachhaltiger Stadtentwicklung, wirtschaftlicher Dynamik und gesellschaftlichem Aufbruch.
Der Bezirksamtsleiter von Harburg Christian Carstensen hob die enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft hervor. Gerade der offene Dialog und die kurzen Wege im Hamburger Süden seien ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die positive Entwicklung des Standorts.
Zum Abschluss der Konferenz appellierte der Wirtschaftsverein an Politik, Verwaltung und Wirtschaft, den eingeschlagenen Weg mutig weiterzugehen: „Die Herausforderungen sind groß – aber Harburg zeigt, dass Zukunft dort entsteht, wo Menschen gemeinsam anpacken, Innovation ermöglichen und Chancen erkennen.“